Freistehend oder angesetzt: zwei Bauweisen
Eine Vorsatzschale ist eine Bekleidung aus Gipsplatten, die vor einer vorhandenen Wand steht und keine Lasten aus dem Gebäude trägt. DIN 18183-1:2018-05 behandelt sie zusammen mit den Trennwänden aus Gipsplatten mit Metallunterkonstruktion. Bei der angesetzten Bauweise werden die Profile oder Platten direkt an der alten Wand befestigt; das spart Platz und reicht, wenn es um Ebenheit und Leitungen geht.
- Unebene oder beschädigte Wand begradigen, ohne neu zu verputzen
- Elektro-, Netzwerk- und Heizungsleitungen im Hohlraum führen
- Schallschutz zur Nachbarwohnung oder zum Nebenraum verbessern (freistehend)
- Außenwand von innen dämmen, dann als Innendämmung mit Feuchteschutzkonzept
- Installationen im Bad hinter einer Vorwand aufnehmen
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Die freistehende Bauweise stellt ein eigenes Ständerwerk mit Abstand vor die Wand. Nur so ist die neue Schicht vom Bestand entkoppelt, was für den Schallschutz zählt. Als Hohlraumdämmung kommt in beiden Fällen Mineralwolle zum Einsatz. Für Hängelasten begrenzt das Merkblatt 8 der Gipsindustrie die Konsollast an Vorsatzschalen auf 0,4 kN/m, also etwa 40 kg je Meter, unabhängig von der Plattendicke.
Was eine Vorsatzschale an Schallschutz bringt
Eine freistehende Vorsatzschale wirkt nach dem Prinzip Masse, Feder, Masse: Die schwere Altwand und die neue Plattenschicht sind durch den gedämmten Hohlraum getrennt, Schwingungen werden nicht mehr direkt übertragen. Wie viel davon im Raum ankommt, hängt von den flankierenden Bauteilen ab. Läuft die Decke, der Boden oder eine Seitenwand ungebrochen in die Nachbarwohnung durch, überträgt sie den Schall an der Vorsatzschale vorbei.
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Deshalb versprechen wir keine Verbesserung in Dezibel. Herstellerwerte sind Prüfstandswerte Rw ohne Nebenwege; am Bau gilt das Bau-Schalldämm-Maß R'w, das nach DIN 4109-2:2018-01 aus dem Trennbauteil und den vier Flankenwegen berechnet wird. Der Betrieb nimmt die Situation vor Ort auf und sagt Ihnen, ob die Vorsatzschale die Schwachstelle trifft oder ob die Decke das Problem ist.
Außenwand von innen: Vorsatzschale oder Innendämmung?
Vor einer kalten Außenwand ist eine Vorsatzschale mit leerem oder nur schalldämmendem Hohlraum heikel: Die warme Raumluft erreicht die kalte Wand nicht mehr, hinter der Platte kann sich Feuchte niederschlagen. Wer eine Außenwand von innen dämmen will, braucht ein Dämmsystem mit Feuchteschutznachweis und einen Planer, der die Bauphysik prüft. Das ist dann keine Vorsatzschale mehr, sondern eine Innendämmung mit eigenen Regeln.
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Wird eine Außenwand bei einer Sanierung gedämmt, gilt nach Anlage 7 des GModG (Stand 29.07.2026) ein Höchstwert von 0,24 W/(m²K) für den Wärmedurchgang, bei begrenzter Dämmstärke genügt die größtmögliche Dicke nach anerkannten Regeln. Für die Innendämmung vermitteln wir nur Betriebe mit Systemnachweis; Einzelheiten stehen auf der Seite Innendämmung.
Was kostet eine Vorsatzschale pro m²?
Für Vorsatzschalen liegt nur eine Ratgeberquelle mit Beispielrechnung vor, Hausjournal mit Stand Juni 2022. Sie nennt weder Region noch, ob brutto gemeint ist. Mit dem Preisindex von IT.NRW für Trockenbauarbeiten insgesamt, der von durchschnittlich 120,6 im Jahr 2023 auf 128,7 im Februar 2026 stieg, ergeben sich für 2026 rund 110 bis 140 € je m² für die beiden Beispiele. Das ist ein Hinweis, kein Angebot.
Vorsatzschale als System, Beispiel 10,8 m²
- Preis laut Quelle
- 103 € je m²
- 2026 fortgeschrieben
- rund 110 € je m²
- Quelle und Stand
- Hausjournal 06/2022, IT.NRW 02/2026
Aufwendige Ausführung, Beispiel 10,8 m²
- Preis laut Quelle
- 131 € je m²
- 2026 fortgeschrieben
- rund 140 € je m²
- Quelle und Stand
- Hausjournal 06/2022, IT.NRW 02/2026
Spanne Wandschalldämmung insgesamt
- Preis laut Quelle
- 30 bis 120 € je m²
- 2026 fortgeschrieben
- nicht fortgeschrieben, Spanne zu grob
- Quelle und Stand
- Hausjournal 06/2022
| Ausführung | Preis laut Quelle | 2026 fortgeschrieben | Quelle und Stand |
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| Vorsatzschale als System, Beispiel 10,8 m² | 103 € je m² | rund 110 € je m² | Hausjournal 06/2022, IT.NRW 02/2026 |
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| Aufwendige Ausführung, Beispiel 10,8 m² | 131 € je m² | rund 140 € je m² | Hausjournal 06/2022, IT.NRW 02/2026 |
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| Spanne Wandschalldämmung insgesamt | 30 bis 120 € je m² | nicht fortgeschrieben, Spanne zu grob | Hausjournal 06/2022 |
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Teurer wird es bei freistehender Bauweise mit großem Abstand, zweilagiger Beplankung, vielen Leitungsauslässen und hoher Spachtelstufe. Günstiger ist eine angesetzte Schale, die nur begradigen soll. Der Betrieb kalkuliert nach Aufmaß; für Sie ist die Vermittlung kostenlos, der Betrieb zahlt uns nach Beauftragung eine Gebühr.