Wann Innendämmung statt Außendämmung?
Innendämmung ist die Dämmung der Außenwand von der Raumseite aus. Die Außenwand dahinter wird dadurch kälter, und an einbindenden Decken und Innenwänden entstehen Wärmebrücken. Deshalb ist eine Dämmung von außen bauphysikalisch meist vorzuziehen: Sie hält die Wand warm und schließt die Hülle ohne Unterbrechung.
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Außendämmung als Wärmedämmverbundsystem, Außenputz und Fassadenanstrich führen Stuckateurbetriebe (Anlage A Nr. 9 der Handwerksordnung) und Maler- und Lackiererbetriebe (Nr. 10) aus, mit Gerüstbauer; auch dafür vermitteln wir Betriebe mit Eintragung in die Handwerksrolle. Das Berufsbild des Stuckateurs nennt Innendämmung, Putz und Vorsatzschalen gemeinsam (Stuckateurmeisterverordnung § 2, Stand 18.01.2022); viele Stuckateure beherrschen deshalb beide Wege.
Innendämmung ist der richtige Weg, wenn die Fassade bleiben muss (Denkmal, Klinker, Stuck, Sichtfachwerk), wenn nur eine Wohnung oder ein Raum gedämmt wird, oder wenn Räume nur zeitweise beheizt werden und schnell warm werden sollen. Sie ist mit einem Feuchteschutz-Nachweis zu planen; der Betrieb setzt den nachgewiesenen Aufbau um.
Welches System passt: Kalziumsilikat, Mineralschaum, Holzfaser
Innendämmsysteme unterscheiden sich darin, wie sie mit Feuchte umgehen. Kapillaraktive Platten nehmen Tauwasser an der kalten Seite auf und geben es zum Raum hin wieder ab; dampfdichte Systeme halten die Feuchte mit einer Sperrschicht ganz aus dem Aufbau. Welches System zu Ihrer Wand passt, zeigt der Nachweis, nicht der Prospekt.
Kalziumsilikatplatten
- Funktionsweise
- mineralisch, kapillaraktiv, nehmen Feuchte auf und geben sie ab; ohne Dampfbremse
- Typischer Einsatz
- Altbau, Denkmal, Räume mit Schimmelvorgeschichte nach Klärung der Ursache
Mineralschaumplatten
- Funktionsweise
- mineralisch, kapillaraktiv, leicht, vollflächig verklebt
- Typischer Einsatz
- Altbau, Mauerwerk, auch größere Flächen
Holzfaserplatten
- Funktionsweise
- nachwachsend, diffusionsoffen, meist mit feuchtevariabler Dampfbremse oder als Lehmsystem
- Typischer Einsatz
- Fachwerk, Holzbau, ökologische Sanierung
Dampfdichte Systeme (Dämmplatte mit Sperrschicht, Verbundplatten)
- Funktionsweise
- sperren den Dampf raumseitig; jede Undichtigkeit wird zum Risiko
- Typischer Einsatz
- trockene Wände mit sicherer Luftdichtheit, nur nach Nachweis
Vorsatzschale mit Dämmung im Hohlraum
- Funktionsweise
- Ständerwerk vor der Wand, Dämmstoff im Hohlraum, Dampfbremse
- Typischer Einsatz
- nur mit Feuchteschutz-Nachweis; ein Hohlraum an kalter Wand ist ohne Nachweis ein Risiko
| System | Funktionsweise | Typischer Einsatz |
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| Kalziumsilikatplatten | mineralisch, kapillaraktiv, nehmen Feuchte auf und geben sie ab; ohne Dampfbremse | Altbau, Denkmal, Räume mit Schimmelvorgeschichte nach Klärung der Ursache |
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| Mineralschaumplatten | mineralisch, kapillaraktiv, leicht, vollflächig verklebt | Altbau, Mauerwerk, auch größere Flächen |
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| Holzfaserplatten | nachwachsend, diffusionsoffen, meist mit feuchtevariabler Dampfbremse oder als Lehmsystem | Fachwerk, Holzbau, ökologische Sanierung |
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| Dampfdichte Systeme (Dämmplatte mit Sperrschicht, Verbundplatten) | sperren den Dampf raumseitig; jede Undichtigkeit wird zum Risiko | trockene Wände mit sicherer Luftdichtheit, nur nach Nachweis |
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| Vorsatzschale mit Dämmung im Hohlraum | Ständerwerk vor der Wand, Dämmstoff im Hohlraum, Dampfbremse | nur mit Feuchteschutz-Nachweis; ein Hohlraum an kalter Wand ist ohne Nachweis ein Risiko |
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Schimmel und Taupunkt: wo das Risiko liegt
Jede Innendämmung senkt die Temperatur der Wand hinter der Dämmung. Trifft warme Raumluft dort auf kalte Flächen, fällt Tauwasser aus. Zwei Stellen sind heikel: die Fläche hinter der Dämmung, wenn Dampf ungehindert hineinkommt, und die Wärmebrücken an Geschossdecken, Innenwänden und Fensterlaibungen, wo die Dämmung endet. co2online nennt Kondensat an der kalten Wand und solche Wärmebrücken als Hauptursachen bei fehlerhafter Ausführung (Stand 27.04.2026).
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Deshalb verlangen BEG-Richtlinie und ESanMV, den Mindestfeuchteschutz zu prüfen. Den Nachweis führt ein Planer oder Energieberater für den konkreten Wandaufbau; er legt Dicke, System, Flankendämmung an Decken und Innenwänden und den Umgang mit Fensterlaibungen fest. Der Fachbetrieb setzt diesen Aufbau um und dokumentiert die Anschlüsse. Ohne Nachweis vermitteln wir keine Innendämmung.
Ist schon Schimmel da, geht es zuerst um die Ursache: undichte Regenrinne, aufsteigende Feuchte, zu wenig Lüftung oder eine einzelne Wärmebrücke. Eine Dämmung über feuchtem Mauerwerk verdeckt das Problem und löst es nicht. Mehr dazu im Ratgeber zu Innendämmung und Schimmel.
U-Werte und Förderung bei Innendämmung
Anlage 7 des GModG nennt für Außenwände 0,24 W/(m²K) bei Erneuerung und Dämmung von außen; eine eigene Zeile für Innendämmung enthält sie nicht, und co2online schreibt, der Wert gelte bei Innendämmung nicht. Für die Förderung sind die Werte strenger, und genau da wird es für Innendämmung eng: Die BEG-Richtlinie verlangt für Außenwände 0,20 W/(m²K), was von innen nur mit großer Dicke erreichbar ist. Erleichtert sind Baudenkmale und erhaltenswerte Bausubstanz mit 0,45 und Sichtfachwerk mit 0,65.
Außenwand von außen erneuert oder gedämmt
- Höchstwert U in W/(m²K)
- 0,24
- Grundlage, Stand
- GModG Anlage 7 Nr. 1a und 1b, Stand 29.07.2026
Innendämmung
- Höchstwert U in W/(m²K)
- keine eigene Zeile in Anlage 7
- Grundlage, Stand
- GModG Anlage 7; co2online, 27.04.2026
BEG-Zuschuss: Außenwand
- Höchstwert U in W/(m²K)
- 0,20
- Grundlage, Stand
- BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen
BEG-Zuschuss: Baudenkmal und erhaltenswerte Bausubstanz
- Höchstwert U in W/(m²K)
- 0,45
- Grundlage, Stand
- BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen
BEG-Zuschuss: Innendämmung bei Sichtfachwerk
- Höchstwert U in W/(m²K)
- 0,65
- Grundlage, Stand
- BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen
Steuerermäßigung § 35c EStG: Außenwand, Denkmal, Fachwerk
- Höchstwert U in W/(m²K)
- 0,20, 0,45, 0,65
- Grundlage, Stand
- ESanMV Anlagen, Abruf 23.10.2026
| Fall | Höchstwert U in W/(m²K) | Grundlage, Stand |
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| Außenwand von außen erneuert oder gedämmt | 0,24 | GModG Anlage 7 Nr. 1a und 1b, Stand 29.07.2026 |
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| Innendämmung | keine eigene Zeile in Anlage 7 | GModG Anlage 7; co2online, 27.04.2026 |
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| BEG-Zuschuss: Außenwand | 0,20 | BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen |
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| BEG-Zuschuss: Baudenkmal und erhaltenswerte Bausubstanz | 0,45 | BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen |
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| BEG-Zuschuss: Innendämmung bei Sichtfachwerk | 0,65 | BEG EM vom 17.07.2026, Anlage Technische Mindestanforderungen |
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| Steuerermäßigung § 35c EStG: Außenwand, Denkmal, Fachwerk | 0,20, 0,45, 0,65 | ESanMV Anlagen, Abruf 23.10.2026 |
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Der Zuschuss beträgt nach der Richtlinie vom 17.07.2026 15 % der förderfähigen Ausgaben, höchstens 30.000 Euro je Jahr für die erste Wohneinheit; ein Energieeffizienz-Experte ist Pflicht, der Antrag geht vor Vertragsabschluss ans BAFA. Die Steuerermäßigung nach § 35c EStG (20 % über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro) setzt ein Fachunternehmen der ESanMV-Gewerke voraus; Stuckateurarbeiten stehen dort, Trockenbau nicht. Ob gefördert wird, entscheidet der Fördergeber.
Was kostet Innendämmung pro m²?
Die öffentlich genannten Spannen liegen weit auseinander, weil Dämmstoff, Dicke, Bekleidung, Anschlüsse an Fenster und Decken, Leitungen in der Wand und die Untergrundvorbereitung stark schwanken. Am ehesten belastbar ist die co2online-Kostentabelle mit 50 bis 100 Euro je Quadratmeter Wandfläche bei 8 cm, weil sie Dämmstärke, Wärmeleitstufe und das IWU als Grundlage nennt (Stand 03.09.2025). Die hohen Werte bis 200 Euro gelten für diffusionsoffene Systeme wie Kalziumsilikat, wie das Hausjournal-Beispiel mit 169 Euro je Quadratmeter zeigt (Preisstand 2022, seither gestiegen).
Innendämmung 8 cm, Wärmeleitstufe 035
- €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage
- 50 bis 100
- Quelle, Stand
- co2online, Kostentabelle (Grundlage co2online und IWU), 03.09.2025
Innendämmung allgemein
- €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage
- 50 bis 210; Einfamilienhaus 125 m² Wohnfläche 6.250 bis 26.250 €
- Quelle, Stand
- co2online, Innendämmung, 27.04.2026
Innendämmung inkl. Einbau
- €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage
- 40 bis 150; 100 m² 4.000 bis 15.000 €
- Quelle, Stand
- Aroundhome, 08.07.2024
Dampfdichtes System
- €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage
- 70 bis 140
- Quelle, Stand
- Hausjournal, 23.04.2022
Diffusionsoffenes System; Beispiel Kalziumsilikat 85 m² für 14.350 €
- €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage
- 100 bis 200; Beispiel 169
- Quelle, Stand
- Hausjournal, 23.04.2022
| Ausführung | €/m² Wandfläche inkl. Material und Montage | Quelle, Stand |
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| Innendämmung 8 cm, Wärmeleitstufe 035 | 50 bis 100 | co2online, Kostentabelle (Grundlage co2online und IWU), 03.09.2025 |
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| Innendämmung allgemein | 50 bis 210; Einfamilienhaus 125 m² Wohnfläche 6.250 bis 26.250 € | co2online, Innendämmung, 27.04.2026 |
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| Innendämmung inkl. Einbau | 40 bis 150; 100 m² 4.000 bis 15.000 € | Aroundhome, 08.07.2024 |
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| Dampfdichtes System | 70 bis 140 | Hausjournal, 23.04.2022 |
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| Diffusionsoffenes System; Beispiel Kalziumsilikat 85 m² für 14.350 € | 100 bis 200; Beispiel 169 | Hausjournal, 23.04.2022 |
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Keine Quelle beziffert die Systeme getrennt, keine sagt, ob netto oder brutto; für Privatkunden ist brutto anzunehmen. Rechenbeispiel: 40 m² Außenwandfläche in einer Wohnung ergeben mit 50 bis 100 Euro 2.000 bis 4.000 Euro, mit einem kapillaraktiven System bis zu 8.000 Euro. Der Nachweis durch den Planer kommt dazu. Das Angebot stellt der Betrieb nach Besichtigung; für Sie ist die Vermittlung kostenlos, der beauftragte Betrieb zahlt uns eine Vermittlungsgebühr.