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Trockenbaunetz
Handwerker verlegt Laufstege auf der gedämmten obersten Geschossdecke

Muss ich die oberste Geschossdecke dämmen? Pflicht, Ausnahmen und Frist nach § 35 GModG

Seit dem 29. Juli 2026 steht die Nachrüstpflicht in § 35 des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Für Hauskäufer läuft eine Frist, für viele Selbstnutzer gilt eine Ausnahme.

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Kurz gesagt

Ja, wenn die oberste Geschossdecke über beheizten Räumen den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 nicht erfüllt: § 35 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, in Kraft seit 29.07.2026) verlangt dann eine Dämmung auf höchstens 0,24 W/(m²K) oder ein entsprechend gedämmtes Dach. Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine schon am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat. Nach einem Eigentümerwechsel bleiben zwei Jahre Zeit. Kellerdecken betrifft die Pflicht nicht.

Wann Sie uns anfragen

  • 01

    Haus gekauft, Dachboden ungedämmt

    Mit dem Eigentumsübergang beginnt die Zweijahresfrist. Ein Fachbetrieb nimmt die Decke auf und macht ein Angebot, begehbar oder nicht begehbar.

  • 02

    Selbst bewohnt seit vor 2002

    Für Ein- und Zweifamilienhäuser, die der Eigentümer schon am 1. Februar 2002 bewohnte, gilt die Pflicht erst beim nächsten Eigentümerwechsel. Dämmen können Sie trotzdem, nur ohne Frist.

  • 03

    Mehrfamilienhaus mit Eigentümergemeinschaft

    Die Ausnahme für Selbstnutzer gilt nur bis zwei Wohnungen. Eine WEG mit ungedämmter Decke über dem obersten Geschoss fällt in der Regel unter die Pflicht; der Beschluss ist Sache der Verwaltung, die Ausführung die des Betriebs.

  • 04

    Dach ist bereits gedämmt

    Ist das Dach darüber entsprechend gedämmt, gilt die Pflicht als erfüllt. Ob die Dachdämmung das hergibt, zeigt der Nachweis, nicht der Blick auf die Mineralwolle.

Gut zu wissen

Das Wichtigste in Kürze

Was verlangt § 35 GModG genau?

Dass oberste Geschossdecken beheizter Räume, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 nicht erfüllen, so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 W/(m²K) nicht überschreitet. Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme je Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt; je kleiner, desto besser dämmt es. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn stattdessen das Dach darüber entsprechend gedämmt ist.

Weiterlesen

Das Gesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz; das Änderungsgesetz vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226) hat das frühere Gebäudeenergiegesetz umbenannt und neu gezählt. Die Nachrüstpflicht steht jetzt in § 35, die Anforderungen bei Änderungen in § 36 mit Anlage 7. Ratgeber, die noch den alten Paragrafen aus dem GEG nennen, sind formal veraltet. Die Lesefassung bei gesetze-im-internet.de gilt ausdrücklich bis 31.12.2026; weitere Stufen sind für 2027, 2028 und 2030 angelegt.

Der Mindestwärmeschutz ist der untere Wert, den DIN 4108-2:2013-02 für Bauteile vorgibt, damit an der Innenoberfläche kein Tauwasser und kein Schimmel entsteht. Ob Ihre Decke ihn erfüllt, beurteilt ein Energieeffizienz-Experte oder Planer anhand des Aufbaus.

Wer ist von der Dämmpflicht ausgenommen?

Eigentümer von Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen sie eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben (§ 35 Abs. 3 GModG). Für sie entsteht die Pflicht erst, wenn das Haus den Eigentümer wechselt; der neue Eigentümer hat dann zwei Jahre nach dem Eigentumsübergang Zeit. Dazu kommt § 35 Abs. 4: Bei selbst bewohnten Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen entfällt die Pflicht, wenn sich die Kosten nicht innerhalb angemessener Frist durch die Einsparung erwirtschaften lassen.

  • Ein- oder Zweifamilienhaus, Eigentümer wohnte am 01.02.2002 selbst darin

    Pflicht
    erst nach Eigentümerwechsel
    Frist
    zwei Jahre ab Eigentumsübergang
  • Hauskäufer eines Ein- oder Zweifamilienhauses

    Pflicht
    ja
    Frist
    zwei Jahre ab Eigentumsübergang
  • Mehrfamilienhaus, WEG, vermietetes Haus

    Pflicht
    ja, wenn der Mindestwärmeschutz fehlt
    Frist
    keine besondere Frist im Gesetz
  • Dach darüber bereits entsprechend gedämmt

    Pflicht
    gilt als erfüllt
    Frist
    entfällt
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Für Mehrfamilienhäuser, Eigentümergemeinschaften und vermietete Objekte gibt es diese Ausnahmen nicht. Ob ein konkreter Fall unter eine Ausnahme fällt, klärt im Zweifel eine Rechtsberatung oder die zuständige Behörde; wir geben die Rechtslage mit Datum wieder und vermitteln den ausführenden Betrieb.

Wie wird die Decke gedämmt: begehbar oder nicht begehbar?

Beides erfüllt die Pflicht, wenn der U-Wert stimmt. Nicht begehbar heißt: Dämmmatten oder Einblasdämmung liegen offen auf der Decke, der Dachboden ist nur über Laufbohlen zu betreten. Begehbar heißt: Auf die Dämmung kommen Verlegeplatten oder ein Holzrost mit Platten, so dass der Boden weiter als Abstellfläche dient. Bei Holzbalkendecken kann der Dämmstoff zwischen die Balken eingeblasen werden.

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Die Dämmstärke ist eine Rechenaufgabe: Sie hängt von der Wärmeleitfähigkeit λ des Dämmstoffs und vom Aufbau der Decke ab. Lässt die Konstruktion keine ausreichende Dicke zu, genügt nach § 35 Abs. 2 GModG die nach anerkannten Regeln der Technik mögliche Dämmschicht mit einem Bemessungswert von 0,035 W/(mK), bei Einblasdämmung und nachwachsenden Rohstoffen 0,045. Welche Dicke bei welchem λ den Grenzwert erreicht, rechnet der Fachbetrieb für Ihren Aufbau aus.

Ob eine Dampfbremse unter die Dämmung gehört, ist keine Pauschalfrage, sondern folgt aus dem Feuchteschutznachweis für den Aufbau. Der Ratgeber zur Dampfbremse erklärt die Begriffe.

Was kostet die Dämmung der obersten Geschossdecke?

co2online nennt mit Stand 04.09.2025 für die nicht begehbare Variante 20 bis 35 € je Quadratmeter, für die begehbare 40 bis 80 € je Quadratmeter; für ein Einfamilienhaus ergeben sich daraus 1.100 bis 1.925 € beziehungsweise 2.200 bis 4.400 €. Einblasdämmung in eine Holzbalkendecke setzt dieselbe Quelle mit 25 bis 50 € je Quadratmeter an. Das sind bundesweite Richtwerte einer Beratungsgesellschaft, keine Angebote aus dem Startgebiet.

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Entscheidend für den Preis sind Fläche, Zugang zum Dachboden, Zustand der Decke, Dämmstärke und ob Lagerfläche erhalten bleiben soll. Das Angebot kommt vom Betrieb, der die Decke gesehen hat. Unsere Vermittlung kostet Sie nichts; der beauftragte Betrieb zahlt uns eine Vermittlungsgebühr, die wir offen ausweisen.

Gibt es Förderung für die Pflichtmaßnahme?

Ja. Die BEG EM (Richtlinie vom 17.07.2026) fördert die Dämmung von Geschossdecken mit 15 % der förderfähigen Ausgaben, höchstens 30.000 € je Wohneinheit und Jahr ohne Sanierungsfahrplan. Dafür muss die Decke die technischen Mindestanforderungen erfüllen: 0,14 W/(m²K) für oberste Geschossdecken, also deutlich mehr Dämmung als die gesetzliche Pflicht mit 0,24. Ein Energieeffizienz-Experte ist einzubinden, der Antrag geht vor dem Auftrag an das BAFA.

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Die Steuerermäßigung nach § 35c EStG (20 % über drei Jahre, höchstens 40.000 €, nur selbst genutztes Wohneigentum, Abschluss vor dem 1. Januar 2030) verlangt ebenfalls 0,14 und ein Fachunternehmen nach der ESanMV. Beide Wege gelten nicht für dieselbe Maßnahme. Sätze, Grenzen und Rechenbeispiele stehen im Ratgeber zur Förderung.

Welche Nachweise bekomme ich nach der Dämmung?

Eine Unternehmererklärung: Wer geschäftsmäßig Außenbauteile ändert, muss dem Eigentümer nach § 96 GModG unverzüglich nach Abschluss schriftlich bestätigen, dass die Anforderungen eingehalten sind. Der Eigentümer bewahrt diese Erklärung mindestens zehn Jahre auf und legt sie der Behörde auf Verlangen vor. Bei BEG-Förderung kommt der Technische Projektnachweis hinzu, bei § 35c die Bescheinigung des Fachunternehmens nach amtlichem Muster.

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Lassen Sie sich in Angebot und Rechnung den eingebauten Dämmstoff mit Dicke und λ-Wert nennen. Damit bleibt der U-Wert später nachvollziehbar, auch für einen Verkauf oder einen späteren Förderantrag.

Fragen

Häufige Fragen

Gilt die Pflicht auch für die Kellerdecke?

Nein. § 35 GModG nennt nur oberste Geschossdecken. Wer eine Kellerdecke neu dämmt oder bekleidet, muss nach Anlage 7 zu § 36 allerdings 0,30 W/(m²K) einhalten; für Förderung und Steuerermäßigung gelten 0,25.

Muss ich den Spitzboden dämmen, wenn das Dachgeschoss ausgebaut ist?

Die Pflicht betrifft die oberste Geschossdecke beheizter Räume. Ist das Dachgeschoss beheizt und ausgebaut, ist die Decke zum Spitzboden diese oberste Geschossdecke, sofern nicht das Dach darüber gedämmt ist. Welche Ebene gedämmt wird, hängt davon ab, ob der Spitzboden genutzt werden soll; beides erfüllt die Pflicht, wenn der U-Wert stimmt.

Wer prüft, ob meine Decke den Mindestwärmeschutz erfüllt?

Ein Energieeffizienz-Experte, ein Planer oder eine nach § 88 GModG ausstellungsberechtigte Person beurteilt den Aufbau. Der Fachbetrieb kann sagen, was er vorfindet; der Nachweis ist eine Planungsleistung. Wir sind keine Energieberater und treffen diese Einschätzung nicht.

Kann ich die Decke selbst dämmen?

Das Gesetz schreibt keinen Betrieb vor. Für die BEG-Förderung sind bei Eigenleistung nur die Materialkosten förderfähig, und ein Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmer muss die fachgerechte Ausführung bestätigen; für § 35c EStG ist die Ausführung durch ein Fachunternehmen Pflicht. Die Unternehmererklärung nach § 96 GModG gibt es nur vom Betrieb.

Ab wann läuft die Zweijahresfrist beim Hauskauf?

Mit dem Eigentumsübergang (§ 35 Abs. 3 GModG). Wann das Eigentum übergegangen ist, ergibt sich aus Kaufvertrag und Grundbuch; im Zweifel fragen Sie Ihren Notar. Der Einzugstermin spielt für die Frist keine Rolle.

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Simon Woytewicz, Gründer von TrockenbaunetzTim Basinski, Gründer von Trockenbaunetz

Simon Woytewicz und Tim Basinski
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