Wen die Nachrüstpflicht trifft
Die Pflicht steht seit dem 29.07.2026 in § 35 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG); der frühere Paragraf des Gebäudeenergiegesetzes ist weggefallen. Oberste Geschossdecken beheizter Räume, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 nicht erfüllen, müssen so gedämmt werden, dass sie 0,24 W/(m²K) nicht überschreiten. Die Pflicht gilt auch als erfüllt, wenn stattdessen das Dach darüber entsprechend gedämmt ist.
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Ausgenommen sind Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 01.02.2002 selbst bewohnt hat. Bei einem späteren Eigentümerwechsel muss der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren nach dem Übergang nachrüsten (§ 35 Abs. 3). Keine Pflicht besteht nach § 35 Abs. 4, wenn sich die Aufwendungen bei selbst bewohnten Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen nicht in angemessener Frist erwirtschaften lassen.
Reicht der Platz für die rechnerisch nötige Dicke nicht, genügt nach § 35 Abs. 2 die höchstmögliche Dämmstärke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(mK), bei Einblasdämmung oder nachwachsenden Rohstoffen 0,045. Ob Ihre Decke den Mindestwärmeschutz erfüllt, beurteilt ein Energieeffizienz-Experte oder der Betrieb anhand des vorhandenen Aufbaus; das ist Sache von Experte und Betrieb, nicht der Vermittlung.
Begehbar oder nicht begehbar: zwei Aufbauten
Welche Variante passt, hängt davon ab, wie Sie den Dachboden danach nutzen und welche Decke darunter liegt. Beide Wege führt ein Trockenbau- oder Ausbaubetrieb aus; bei Holzbalkendecken mit Hohlraum kommt auch Einblasen durch einen geschulten Betrieb in Frage.
- Nicht begehbar: Dämmmatten oder -platten liegen offen auf der Decke, bei Holzbalkendecken mit Dampfbremse nach Nachweis. Der Dachboden ist danach nur über Laufbohlen erreichbar. Wenig Aufwand, kein Boden.
- Begehbar: Druckfeste Dämmplatten oder Dämmung zwischen Lagerhölzern, darauf Verlegeplatten als Boden. Die Einschubtreppe oder Luke wird auf die neue Höhe angepasst. Nötig, wenn der Dachboden Abstellfläche bleibt oder Technik erreichbar sein muss.
- Einblasdämmung: Zellulose oder Mineralfaser wird in den Hohlraum einer Holzbalkendecke oder unter vorhandene Dielen geblasen, nur durch Betriebe mit Herstellerschulung. Nach § 35 Abs. 2 GModG gilt dafür bei begrenzter Dicke 0,045 W/(mK) als Bemessungswert.
- Elektroleitungen, Lampenanschlüsse von unten und Lüftungsrohre auf dem Boden werden vor der Dämmung erfasst. Ob Leuchten in der Decke darunter Abstand brauchen, klärt der Elektrobetrieb.
Wie viel cm Dämmung braucht die oberste Geschossdecke?
Das Gesetz nennt einen U-Wert, keine Dicke. co2online rechnet in seiner Kostentabelle (Stand 03.09.2025) mit 20 cm; ob das bei Ihnen reicht oder zu viel ist, hängt von der Decke darunter (Beton, Holzbalken mit Dielen, Hohlraum), von vorhandener Dämmung und vom Dämmstoff ab. Wie viel es bei Ihrer Decke sein muss, ergibt sich aus der Rechnung nach DIN EN ISO 6946 für den vorhandenen Aufbau.
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Zwei Zielwerte sind zu unterscheiden: 0,24 W/(m²K) ist die gesetzliche Grenze aus § 35 GModG und Anlage 7. Wer den BEG-Zuschuss oder die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen will, muss 0,14 W/(m²K) erreichen; das verlangt deutlich mehr Dicke und bei begehbarem Ausbau mehr Höhe für Lagerhölzer oder Platten.
Ob unter die Dämmung eine Dampfbremse gehört, hängt vom Deckenaufbau ab und wird für den Einzelfall nachgewiesen. Pauschale Regeln aus Foren ersetzen die Prüfung nicht; der Betrieb legt den Aufbau nach Herstellerangabe und Nachweis fest.
Was die Dämmung der obersten Geschossdecke kostet
Belegt sind Portalspannen von co2online (Stand 04.09.2025) je Quadratmeter Deckenfläche mit Material und Montage; ob netto oder brutto, sagt die Quelle nicht, für Privatkunden ist brutto anzunehmen. Für ein Einfamilienhaus nennt co2online 2.200 bis 4.400 Euro begehbar und 1.100 bis 1.925 Euro nicht begehbar; im Fließtext desselben Artikels stehen für die nicht begehbare Variante auch 5 bis 35 Euro je Quadratmeter, die Spanne ist also nach unten unsicher.
Begehbar mit Verlegeplatten
- €/m² inkl. Material und Montage
- 40 bis 80
- Einfamilienhaus laut Quelle
- 2.200 bis 4.400 €
- Quelle, Stand
- co2online, 04.09.2025
Nicht begehbar, offen verlegt
- €/m² inkl. Material und Montage
- 20 bis 35
- Einfamilienhaus laut Quelle
- 1.100 bis 1.925 €
- Quelle, Stand
- co2online, 04.09.2025
Einblasen in die Holzbalkendecke
- €/m² inkl. Material und Montage
- 25 bis 50
- Einfamilienhaus laut Quelle
- keine Angabe
- Quelle, Stand
- co2online, 04.09.2025
Preisentwicklung NRW: Steildachdämmung und Wärmedämmschichten
- €/m² inkl. Material und Montage
- +3,6 % Februar 2026 zu Februar 2025
- Einfamilienhaus laut Quelle
- Quelle, Stand
- IT.NRW, Baupreisindex Februar 2026
| Ausführung | €/m² inkl. Material und Montage | Einfamilienhaus laut Quelle | Quelle, Stand |
|---|
| Begehbar mit Verlegeplatten | 40 bis 80 | 2.200 bis 4.400 € | co2online, 04.09.2025 |
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| Nicht begehbar, offen verlegt | 20 bis 35 | 1.100 bis 1.925 € | co2online, 04.09.2025 |
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| Einblasen in die Holzbalkendecke | 25 bis 50 | keine Angabe | co2online, 04.09.2025 |
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| Preisentwicklung NRW: Steildachdämmung und Wärmedämmschichten | +3,6 % Februar 2026 zu Februar 2025 | | IT.NRW, Baupreisindex Februar 2026 |
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Das Angebot kommt vom Betrieb nach Aufmaß und richtet sich nach Zugang, Deckenart, Leitungen und der Frage, ob die Einschubtreppe angepasst wird. Für Sie ist die Vermittlung kostenlos, der beauftragte Betrieb zahlt uns eine Vermittlungsgebühr.
Förderung: 15 % Zuschuss oder Steuerermäßigung
Die BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen vom 17.07.2026 fördert die Dämmung von Geschossdecken mit 15 % der förderfähigen Ausgaben; förderfähig sind bis 30.000 Euro je Jahr für die erste Wohneinheit, mindestens 300 Euro Investition. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gilt bei einer Wohneinheit nur für den Teil über 30.000 Euro und hebt die Höchstgrenze auf 60.000 Euro. Ein Energieeffizienz-Experte aus der Liste des Bundes liefert vor dem Antrag die Technische Projektbeschreibung und nach der Ausführung den Nachweis; den Antrag stellen Sie vor Vertragsabschluss beim BAFA. Die Decke muss danach 0,14 W/(m²K) erreichen.
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Für Selbstnutzer gibt es stattdessen die Steuerermäßigung nach § 35c EStG: 20 % der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro, bei Gebäuden älter als zehn Jahre, Abschluss vor 2030, Ausführung durch ein Fachunternehmen der ESanMV-Gewerke mit Bescheinigung nach amtlichem Muster. Trockenbau ist dort nicht als Gewerk genannt; für diesen Weg vermitteln wir Partner mit passender Eintragung, etwa Zimmerer oder Isolierer. Ob eine Maßnahme gefördert wird, entscheidet der Fördergeber, nicht wir.