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Trockenbaunetz
Ausgebautes Dachgeschoss mit Dachschrägen und hellem Boden

Dachboden ausbauen in NRW: brauche ich eine Genehmigung? Freistellung statt Baugenehmigung seit September 2026

Die Landesbauordnung wurde zum 1. September 2026 geändert. Was das für den Ausbau zum Wohnraum heißt, welche Unterlagen die Bauaufsicht bekommt und welche Maße weiter gelten.

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Kurz gesagt

Seit dem 1. September 2026 ist der Ausbau eines Dachgeschosses zu Wohnzwecken in NRW genehmigungsfreigestellt, im Bebauungsplangebiet wie im unbeplanten Innenbereich (§ 63 Abs. 1 BauO NRW). Freigestellt heißt nicht verfahrensfrei: Sie reichen Unterlagen bei der Bauaufsicht ein, dürfen frühestens einen Monat später beginnen, und Standsicherheits- und Brandschutznachweis müssen bei Baubeginn vorliegen. Raumhöhe, Rettungsfenster und Wärmeschutz gelten unverändert.

Wann Sie uns anfragen

  • 01

    Das Haus ist gekauft, der Dachboden ist roh

    Oben sollen zwei Zimmer entstehen, und Sie wissen nicht, ob Sie zum Bauamt müssen. Ein Fachbetrieb sagt, was baulich geht; die Unterlagen für die Freistellung erstellt eine bauvorlageberechtigte Person.

  • 02

    Die Freistellung ist eingereicht, die Monatsfrist läuft

    Pläne und Nachweise liegen vor. Jetzt fehlt ein Betrieb, der Dämmung, Dampfbremse, Beplankung und Trennwände termingerecht ausführt.

  • 03

    Der Dachboden wurde früher ohne Verfahren ausgebaut

    Vor Verkauf oder Vermietung soll der Zustand geordnet werden. Was die Bauaufsicht dazu braucht, klären Sie mit ihr und einer bauvorlageberechtigten Person; den baulichen Teil übernimmt ein Betrieb.

  • 04

    Nur ein Dachflächenfenster soll hinein

    Mehr Licht im Spitzboden, ohne Nutzungsänderung. Fenster und Öffnung sind verfahrensfrei, der Eingriff in die Sparren ist eine eigene Frage.

Gut zu wissen

Das Wichtigste in Kürze

Ist der Dachausbau in NRW genehmigungsfrei?

Nein, er ist genehmigungsfreigestellt, und das ist ein eigenes Verfahren. Die Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW bedeutet: kein Antrag und keine Prüfung durch die Behörde, aber Unterlagen bei der Bauaufsicht und eine Frist, bevor Sie beginnen dürfen. Verfahrensfrei nach § 62 ist dagegen nur, was ohne jede Vorlage gebaut werden darf, etwa ein Dachflächenfenster. Das vereinfachte Verfahren nach § 64 ist ein echter Bauantrag mit Prüfung und Bescheid.

  • Verfahrensfrei (§ 62)

    Was Sie tun
    Nichts einreichen; die Vorschriften gelten trotzdem
    Beispiel beim Dachausbau
    Dachflächenfenster und die Öffnung dafür (Abs. 1 Nr. 11 c)
  • Genehmigungsfreigestellt (§ 63)

    Was Sie tun
    Unterlagen einreichen, einen Monat warten, Nachweise bei Baubeginn
    Beispiel beim Dachausbau
    Dachgeschoss zu Wohnraum, auch mit Gaube, im Bebauungsplangebiet oder im Innenbereich nach § 34 BauGB
  • Vereinfachtes Verfahren (§ 64)

    Was Sie tun
    Bauantrag, Prüfung, Bescheid; Genehmigungsfiktion nach sechs Wochen (§ 74)
    Beispiel beim Dachausbau
    Wenn die Gemeinde es verlangt oder die Voraussetzungen der Freistellung fehlen
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Die Änderung zum 1. September 2026 (Gesetz vom 21.07.2026, GV. NRW. S. 537) hat die Freistellung auf den unbeplanten Innenbereich ausgedehnt: § 63 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 nennt jetzt ausdrücklich die Änderung und Nutzungsänderung von Dachgeschossen zu Wohnzwecken einschließlich der Errichtung von Dachgauben im Anwendungsbereich des § 34 BauGB. Im Geltungsbereich eines Bebauungsplans galt die Freistellung schon vorher (Nr. 1), wenn das Vorhaben dessen Festsetzungen einhält. Sonderbauten sind ausgenommen.

Warum ist der Ausbau nicht einfach verfahrensfrei? § 62 Abs. 2 stellt eine Nutzungsänderung nur frei, wenn für die neue Nutzung keine anderen öffentlich-rechtlichen Anforderungen in Betracht kommen. Beim Spitzboden, der Schlafzimmer wird, kommen sie in Betracht: Aufenthaltsraum, Rettungsweg, Wärmeschutz. Deshalb läuft der Ausbau über § 63 oder § 64.

Wie läuft die Genehmigungsfreistellung ab?

Sie reichen die erforderlichen Unterlagen bei der Bauaufsichtsbehörde ein und dürfen einen Monat nach Eingang beginnen, früher nur, wenn die Gemeinde das mitteilt (§ 63 Abs. 3 BauO NRW). Die Bauvorlagen erstellt eine bauvorlageberechtigte Person, in der Praxis ein Architekturbüro oder ein Bauingenieur, nicht der Trockenbaubetrieb und nicht wir.

  • Voraussetzung: Die Erschließung ist gesichert, und die Gemeinde erklärt nicht innerhalb der Frist, dass sie das vereinfachte Verfahren verlangt (§ 63 Abs. 2)
  • Keine Prüfpflicht: Weder Gemeinde noch Bauaufsicht prüfen die Unterlagen inhaltlich; die Verantwortung bleibt bei Bauherrschaft und Entwurfsverfasser (§ 63 Abs. 3)
  • Nachweise: Standsicherheits- und Brandschutznachweis müssen spätestens bei Baubeginn vorliegen (§ 63 Abs. 6, § 68)
  • Bei Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 entfällt die Prüfung des Standsicherheitsnachweises durch Prüfsachverständige; erstellt werden muss er trotzdem (§ 68 Abs. 3)
  • Frist: Beginnen Sie nicht innerhalb von drei Jahren, erlischt die Freistellung (§ 63 Abs. 3)
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Eingereicht wird bei der Bauaufsicht Ihrer Stadt oder Ihres Kreises; das Land betreibt für digitale Verfahren das Bauportal.NRW. Wie Mönchengladbach, Düsseldorf, Krefeld, der Rhein-Kreis Neuss und der Kreis Viersen Freistellungsunterlagen entgegennehmen, erfragen Sie dort; die Stadt Münster etwa nahm Bauanträge ab 5. September 2026 nur noch digital an, Freistellungen vorerst per E-Mail (Stand 31.08.2026). Fragen Sie die bauvorlageberechtigte Person auch nach örtlichen Gestaltungs- oder Gaubensatzungen; die gelten neben der Freistellung weiter.

Wie hoch muss ein Zimmer im Dachgeschoss sein?

Mindestens 2,20 m lichte Höhe über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche, so § 46 Abs. 1 BauO NRW für Aufenthaltsräume im Dachraum. Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,50 m bleiben bei dieser Hälfte außer Betracht, zählen also nicht mit. Außerhalb des Dachraums gelten 2,40 m; in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 kann die Bauaufsicht 2,30 m gestatten.

  • Lichte Höhe im Dachraum

    Wert
    mindestens 2,20 m über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche
    Fundstelle
    § 46 Abs. 1 BauO NRW
  • Raumteile, die nicht mitzählen

    Wert
    lichte Höhe bis 1,50 m
    Fundstelle
    § 46 Abs. 1
  • Lichte Höhe in anderen Geschossen

    Wert
    2,40 m; Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2: 2,30 m kann gestattet werden
    Fundstelle
    § 46 Abs. 1
  • Fensteröffnungen (Rohbaumaß)

    Wert
    ein Achtel der Netto-Raumfläche; bei Nutzungsänderung ein Zehntel, mindestens 0,5 m²
    Fundstelle
    § 46 Abs. 2
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Ein Aufenthaltsraum ist ein Raum, der zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt ist, etwa Schlaf-, Kinder- oder Arbeitszimmer. Wer die Höhe nicht erreicht, hat einen Abstellraum, keinen Aufenthaltsraum. Wie viel Fläche bei Ihrem Kniestock und Ihrer Dachneigung übrig bleibt, ermittelt der Fachbetrieb beim Aufmaß.

Dazu kommt Tageslicht: Die Fensteröffnungen eines Aufenthaltsraums müssen im Rohbaumaß mindestens ein Achtel der Netto-Raumfläche erreichen; bei einer Nutzungsänderung in einem bestehenden Gebäude genügt seit 2026 ein Zehntel, mindestens aber 0,5 m² (§ 46 Abs. 2).

Brauche ich im ausgebauten Dach ein Rettungsfenster?

In der Regel ja. Jedes Geschoss mit Aufenthaltsräumen braucht zwei voneinander unabhängige Rettungswege (§ 33 BauO NRW). Der erste ist die Treppe, der zweite im Dachgeschoss meist ein Fenster, das die Feuerwehr mit Rettungsgeräten erreicht; über 8 m Brüstungshöhe geht das nur mit einem Hubrettungsfahrzeug.

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Das Fenster muss nach § 37 Abs. 5 im Lichten mindestens 0,90 m × 1,20 m groß sein, die Brüstung darf höchstens 1,20 m über dem Fußboden liegen. Neu seit September 2026: Entsteht der Wohnraum durch Nutzungsänderung, genügen 0,80 m × 1,00 m. In Dachschrägen darf das Fenster höchstens 1 m von der Traufkante entfernt sein. Ob die Feuerwehr die Stelle vom Grundstück aus erreicht, gehört in die Bauvorlagen.

Welche Nachweise verlangt der Dachausbau noch?

Standsicherheit und Wärmeschutz. Bleibt der Dachstuhl unverändert, ist der Standsicherheitsnachweis überschaubar; werden Kehlbalken entfernt oder Wechsel für Gaube oder Dachfenster eingebaut, ist das eine Änderung tragender Bauteile. In Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 ist das nur verfahrensfrei, wenn eine nach § 54 Abs. 4 BauO NRW berechtigte Person bescheinigt, dass die Standsicherheit gewahrt bleibt (§ 62 Abs. 1 Nr. 11 b). Innerhalb der Freistellung gehört der Nachweis ohnehin zu den Unterlagen, die bei Baubeginn vorliegen müssen.

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Beim Wärmeschutz gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz: Wer Dachflächen dämmt oder erneuert, muss nach § 36 und Anlage 7 GModG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) einhalten; betrifft die Änderung nicht mehr als 10 % der Fläche des Bauteils, entfällt die Anforderung. Welche Dämmstärke das bei Ihrer Sparrenhöhe bedeutet, klärt der Fachbetrieb am Dach; Dampfbremse und Luftdichtheit erklärt der Ratgeber dazu.

Bleibt ein Teil des Dachraums unausgebaut, muss die Wand dazwischen in Gebäuden ab Gebäudeklasse 3 mindestens feuerhemmend sein und bis unter die Dachhaut reichen (§ 29 Abs. 2 Nr. 4 und Abs. 3). Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 gilt § 29 nicht.

Wer macht was beim Dachausbau?

Die Rollen sind getrennt. Die bauvorlageberechtigte Person plant und reicht ein, der Tragwerksplaner rechnet die Statik, der Zimmerer ändert den Dachstuhl, der Trockenbau- oder Ausbaubetrieb dämmt, verlegt die Dampfbremse, beplankt Schrägen und Wände und stellt die Trennwände. Wir vermitteln diesen Betrieb; wir planen nicht, bescheinigen nichts und beraten nicht rechtlich.

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Für ein belastbares Angebot braucht der Betrieb Grundfläche, Dachform, Sparrenhöhe, den Stand der Planung und, wenn vorhanden, die Bauvorlagen. Kommt der Auftrag zustande, zahlt uns der Betrieb eine Vermittlungsgebühr; Ihnen stellt niemand die Vermittlung in Rechnung.

Fragen

Häufige Fragen

Gilt die Freistellung auch für eine Dachgaube?

Ja, § 63 Abs. 1 Nr. 2 nennt die Errichtung von Dachgauben beim Ausbau zu Wohnzwecken ausdrücklich mit. Verfahrensfrei ist eine Gaube nur im Geltungsbereich einer städtebaulichen Satzung, die das regelt (§ 62 Abs. 1 Nr. 1). Örtliche Gestaltungssatzungen bleiben in jedem Fall zu beachten.

Brauche ich in NRW eine Genehmigung, um ein Dachfenster einzubauen?

Nein: Fenster und die dafür bestimmten Öffnungen sind nach § 62 Abs. 1 Nr. 11 c BauO NRW verfahrensfrei. Wird für die Öffnung ein Sparren getrennt und ein Wechsel eingebaut, ist das eine Änderung tragender Bauteile, für die in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 eine Standsicherheitsbescheinigung nötig ist (Nr. 11 b). Gestaltungssatzungen der Gemeinde gelten weiter.

Dachausbau ohne Genehmigung: Was gilt, wenn der Dachboden schon ausgebaut ist?

Die Anforderungen an Raumhöhe, Rettungswege, Standsicherheit und Wärmeschutz gelten unabhängig davon, ob ein Verfahren gelaufen ist. Der übliche Weg ist, mit einer bauvorlageberechtigten Person den Bestand aufzunehmen und die Unterlagen nachzureichen, je nach Lage als Freistellung oder als Antrag im vereinfachten Verfahren. Welche Folgen die Bauaufsicht aus einem fehlenden Verfahren zieht, entscheidet sie im Einzelfall; dazu geben wir keine Rechtsauskunft.

Kann die Gemeinde die Freistellung stoppen?

Ja. Sie kann innerhalb der Monatsfrist erklären, dass das vereinfachte Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll, oder eine vorläufige Untersagung beantragen (§ 63 Abs. 2). Dann wird aus der Freistellung ein Antrag. Sie selbst können das vereinfachte Verfahren auch von sich aus wählen, etwa wenn Sie einen Bescheid in der Hand haben wollen.

Was kostet der Dachausbau?

Eine belegte Preisspanne für das Startgebiet liegt nicht vor, deshalb nennen wir keine Zahl. Der Preis hängt von Fläche, Dachform, Zustand der Dämmung, Statik, Fenstern, Elektro, Sanitär, Boden und Oberflächen ab. Was wir sagen können: Die Trockenbauarbeiten sind nur ein Teil davon, und der Betrieb kalkuliert sie nach Aufmaß vor Ort.

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Zum Start genügen ein kurzer Satz zum Vorhaben, die PLZ und Ihre Telefonnummer. Wir melden uns am selben Werktag.

Simon Woytewicz, Gründer von TrockenbaunetzTim Basinski, Gründer von Trockenbaunetz

Simon Woytewicz und Tim Basinski
Ihre Ansprechpartner für den Niederrhein und Düsseldorf, mit Sitz in Mönchengladbach

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